Von Stefan Schütt · 22.02.2024
Ein TYPO3-Upgrade kann eine unangenehm große Sache werden. Nämlich dann, wenn die Basis eine veraltete, nur mit dem allernötigsten Aufwand gepflegte Installation ist, die dann auch noch auf einem Hosting läuft, das gerade so die Minimalanforderungen erfüllt.
Klingt nur auf den ersten Blick paradox: Kunden, die darauf geachtet haben, dass ihr TYPO3 aktuell gehalten wird, bekommen das Upgrade vergleichsweise günstig, während Kunden, die hier knausern und nur das Allernötigste machen lassen, bei einem Upgrade vor einem nur schwer zu stemmenden Aufwand stehen.
Unterm Strich zahlen beide vermutlich ähnlich viel – mit dem Unterschied, dass jene Kunden, die mehr Geld in die laufende Pflege gesteckt haben, jederzeit ein stabiles, sicheres und aktuelles System haben.
Was bedeutet das im Detail? Einfach mal auf dem Server die PHP-Version ändern, ist eine schlechte Idee. Auch wenn TYPO3 v11 mit PHP 8.2 problemlos läuft, gilt das nicht unbedingt für die eingesetzten Extensions. Diese sollten also zunächst auf einen aktuellen Stand gebracht werden, und selbiges gilt auch für Abhängigkeiten, die über Composer installiert werden.
Manche Extensions werden auch in der aktuellen Version noch kein PHP 8.2 unterstützen. Bei selbst geschriebenen Extensions ist dann Programmierarbeit angesagt. Bei fremden Extensions ist in so einem Fall zu prüfen, ob es vielleicht ein Early-Access-Programm des Anbieters für eine aktuellere Version gibt oder ob man die PHP-8.2-Kompatibilität z.B. durch Patches herstellen kann (das empfiehlt sich höchstens, wenn die Extension bereits unter PHP 8.1 lauffähig ist).
Häufig ist aber die beste Variante, auf eine andere Extension zu wechseln, die vielleicht weniger mit Altlasten zu kämpfen hat und daher schneller aktualisiert wird, z.B. bietet sich ein Wechsel von gridelements zu container an. Im Idealfall wird die Funktionalität der Extension in neueren TYPO3-Versionen sowieso von System-Extensions übernommen (z.B. im Bereich SEO) - dann kann man sich auch diese Baustelle sparen.
Die eigentliche Umstellung auf PHP 8.2 und MySQL 8 testet man natürlich zunächst gründlich im Entwicklungssystem, bevor sie ihren Weg ins Staging- und Production-System findet.
Alle diese Arbeiten können in der aktuellen TYPO3 v11 vorgenommen werden und erleichtern dann das Upgrade auf TYPO3 v13 enorm, beugen unvorhergesehenen Problemen und damit Verzögerungen im Zeitplan vor und sorgen vor allem dafür, dass Content Freeze und Downtime beim Upgrade keine großen Themen mehr sind.