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Bild WebRTC

Was ist eigentlich dieses WebRTC und wieso ist es „the next big thing“?

Spätestens seit WebRTC als offener Standard bei den wichtigsten Browsern – Firefox, Google Chrome, Opera, Safari, Microsoft Edge, Android – bereits on board ist, nimmt die Entwicklung dieser zukunftsweisenden Technologie Fahrt auf.
Kein Wunder, denn Echtzeitkommunikation nativ im Webbrowser ohne zusätzliche Software und Plugins zu realisieren, ist in vielfacher Hinsicht ein Quantensprung.

Wie Messaging-Dienste bisher funktionieren

Gebräuchliche Instant-Messaging-Dienste wie Skype, Facetime, Viber, Google Hangouts und WeChat benötigen entweder eine Anwendungssoftware, die auf den Geräten aller Teilnehmer installiert sein muss oder Plugins. Bei manchen muss ein Konto eingerichtet werden.

Einfache Kommunikation aus dem Browser heraus ist so nicht möglich. Denn alle Beteiligten müssen sich im Vorfeld auf einen Dienst geeinigt und ggf. ein Kontakt-Prozedere (wie zum Beispiel miteinander befreundet sein) erfüllt sowie die entsprechende Software installiert haben.
Es ist derzeit also relativ aufwendig eine Verbindung zu etablieren.

Was WebRTC ist oder „Das Grundprinzip ist einfach“

„Web Real Time Communications“, also Echtzeitkommunikation über das Internet, ermöglicht Chat-, Audio- und Videokommunikation nativ im Browser.
Und zwar Peer-to-Peer – also direkt von Rechner zu Rechner.

Weil es dazu eine Media-Engine verwendet, die mit verschiedenen JavaScript APIs läuft, kann es für unterschiedlichste Anwendungen gleichzeitig genutzt werden.

Beispielsweise:

  • Chats
  • Gaming
  • Telefonie
  • File Sharing
  • Screen Sharing
  • Video Telefonie
  • Datenübertragung jeglicher Art (etwa von Sensoren)

Bereits 2011 hat Google die wichtigsten Vorteile von WebRTC benannt:

  • Basierend auf HTML5 und JavaScript kann es plattformübergreifend entwickelt und frei genutzt werden.
  • Als offener Standard bei W3C haben Entwickler problemlos Zugang.

Weil weder Plugins oder Apps, noch zusätzliche Software benötigt werden, ist das Ganze unkompliziert und sicher. Auch der Server entfällt – zumindest wenn die Verbindung einmal etabliert ist (er wird lediglich zum Verbindungsaufbau benötigt; weiter unten mehr dazu).

Geringe Latenzzeiten und die authentische P2P Verbindung unter https machen es supereffizient und abhörsicher. Seine hohe Anpassungsfähigkeit erlaubt den Einsatz für unterschiedlichste Anwendungen. Diese Eigenschaften gebündelt versprechen ein neues Level für Real Time Communication im Netz.

Warum wir bei Pagemachine das Thema spannend finden

Besonders interessant finden wir das große Entwicklungspotential von WebRTC.
Das Verfahren eignet sich aufgrund seiner Einfachheit und Verschlüsselung hervorragend für kleinere Online-Anwendungen. Denkbar wären beispielsweise Kommunikationskanäle für Anwälte (Datensicherheit) oder für Online-Bewerbungen (unkompliziertes Handling).

Sicherlich gilt es noch etliche technische Herausforderungen zu meistern – die Kommunikation in größerer Runde, bei der einzelne Teilnehmer aus bewegten Fahrzeugen zugeschaltet sind, sei hier als stellvertretendes Beispiel genannt.

Die unzähligen vielversprechenden Anwendungsmöglichkeiten von WebRTC, sind ein großer Anreiz, uns zukünftig eingehender mit diesem Thema zu befassen.

Wie WebRTC tatsächlich funktioniert oder
„Die Umsetzung ist wesentlich komplexer“

Kommunikationsaufbau benötigt Server

Ein Web Server baut eine https-Verbindung zwischen den Nutzern auf. Diese müssen sich dazu erst einmal finden, weil beide beispielsweise eine dynamische IP-Adresse haben. Sie müssen sich auch darüber verständigen, wie sie miteinander in Verbindung treten wollen, zum Beispiel die Bandbreite verhandeln mit der das geschieht.

Dann wird über JSP (Java Sript Session Establishment Protocol) und SDP (Section Description Protocol) ausgehandelt, wie sie miteinander kommunizieren wollen, etwa welche Codecs verwendet werden sollen.

Schließlich findet die tatsächliche Verbindung, also der Media Stream, der unter anderem Stimme, Video und Daten enthalten kann, via DTLS-SRTP (Datagram Transport Layer Security – Secure Real-Time Transport Protocol) statt. Dies ist der unabdingbar vorgeschriebene Schlüsselmechanismus für die Verwendung von WebRTC. Er sorgt dafür, dass nur chiffrierte Verbindungen stattfinden.

Es gibt bereits zahlreiche Dienste.
Wer es gerne selbst ausprobieren möchte, kann das zum Beispiel bei linkchat.io tun.

Hard- und Software machen weitere Server notwendig

Da im alltäglichen Betrieb der Netzzugang normalerweise via Router und Firewall stattfindet, ist der Verbindungsaufbau noch komplexer. Deshalb greift ein weiterer sogenannter STUN Server (Sessions Utillity Traversal for NAT) in den Prozess ein. Er verfügt über mehrere Möglichkeiten, wie NAT (Network Address Translation) und ICE (Interactive Connectivity Establishment), um beispielsweise die IP-Adresse der Kommunikationsteilnehmer herauszufinden.

Eine Herausforderung ist hierbei, dass eine Firma nach außen eine IP-Adresse hat, jeder Mitarbeiter mit seinem Computer allerdings wiederum eine eigene IP-Adresse besitzt. Das macht den Verbindungsaufbau knifflig, weil die eingesetzten Server dies auseinanderdröseln müssen, was in 70-80 % aller Fälle funktioniert.

Es gibt außerdem Szenarien, wie beispielsweise die Verwendung von symmetrischer NAT zum Verbindungsaufbau, die die Sache noch komplizierter machen können.

Dann wird zusätzlich ein TURN Server (Traversal Using Relays around NUT) benötigt, der Router und Firewall „durchdringen“ kann. Kommt ein TURN Server zum Einsatz, hat dieser richtig viel zu tun, weil dann sämtliche Daten über ihn laufen müssen.

Fazit: Die Zukunft der Echtzeitkommunikation wird gerade jetzt entwickelt

WebRTC wird bereits seit Längerem als die Zukunft der Echtzeitkommunikation gehandelt – für den täglichen Einsatz ist es aber noch lange nicht voll ausentwickelt.
Das macht das Thema umso spannender.

Das Interesse an sicherer und gleichzeitig müheloser Kommunikation ist größer denn je und wird weiter zunehmen. WebRTC hat mit seinem innovativen Ansatz das Potenzial, eine grundlegende Evolution in diesem Bereich einzuleiten.

Es gilt, die Möglichkeiten dieser vielversprechenden Technologie auszuloten sowie verschiedenste Anwendungen dafür zu ersinnen und (weiter-) zu entwickeln.

DL

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