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Google stellt Site Search ein - Konsequenzen und Alternativen

Google schließt seine Site Search – Konsequenzen und Alternativen

Achtung! Kein Scherz:
Ab 1. April 2018 ist endgültig Schluss – Google stellt seine Site Search ein.
Was jetzt zu beachten ist und welche Alternativen es gibt, erfahrt ihr hier.

Was die Site Search so beliebt machte

Die Google Site Search war seit ihrem Start 2008 die ideale Möglichkeit, Websites ohne eigene Suchmaschine mit einer Suchfunktion auszustatten. Sie ließ sich mit geringem Aufwand, perfekt benutzerdefiniert, schnell und einfach integrieren. Die Suche mit ihr war, dank der Koppelung an die komplette Datenbank der Google Suche,
sehr effektiv.

Die Kosten waren attraktiv gestaffelt

Die Site Search war zwar kostenpflichtig, begann aber bereits bei 100 US-Dollar für 20.000 Suchanfragen pro Jahr. Und das Spektrum reichte bis zu 2.000 US-Dollar bei 500.000 Suchanfragen, weshalb sie für mittelgroße bis große Websites gleichermaßen geeignet war. Lizenznehmer konnten außerdem fast alle Elemente den eigenen Ansprüchen optimal anpassen und die Werbeeinblendungen von Google deaktivieren.

Was sich jetzt für Site Search User ändert

Für Website-Betreiber, die die Site Search nutzen, ist das Auslaufen der Lizenz prinzipiell erst einmal unproblematisch. Die Google-Suche funktioniert weiter, weil alle Konten automatisch auf das kostenlose Angebot der Google Custom Search Engine umgestellt werden. Das bringt jedoch wesentliche Nachteile mit sich.

Wieso die Google Custom Search kein vollwertiger Ersatz ist

Die kostenfreie Custom Search bietet weniger Anpassungsmöglichkeiten. Die Nutzung ist nicht übertragbar und es gibt keinen E-Mail Support. Das wohl größte Manko: Das Google Branding und die geschalteten Werbeanzeigen können nicht entfernt werden. Dadurch ist eine perfekt dem „Look and Feel“ der Website angepasste Integration nicht mehr möglich. Außerdem können jetzt bei Sucheingaben Anzeigen von direkten Konkurrenten eingeblendet werden – ein absolutes No Go.

Searchable

Was erlauben Google?!

Es kommt immer wieder vor, dass Google Dienste auslaufen lässt – auch wenn diese praktisch und beliebt sind. Im konkreten Fall liegt die Vermutung nahe, dass die werbefinanzierte Custom Search wohl das für Google lukrativere Geschäftsmodell
zu sein scheint.

Wie Nutzer darauf reagieren können

Natürlich bleibt es jedem vorbehalten, die Google-Suche jederzeit komplett von der eigenen Website zu entfernen. Es kann allerdings mit einigem Aufwand verbunden sein, dafür adäquaten Ersatz zu finden. Der praktische Nutzen einer solchen Seitensuche ist enorm und viele Website-Betreiber möchten sie ihren Besuchern fraglos auch weiterhin zur Verfügung stellen.

Welche alternativen Seitensuchen es derzeit gibt

Die wichtigsten Alternativen, um für TYPO3 Websites auch weiterhin eine Suchfunktion anzubieten, sind:

Indexed Search

– ist die TYPO3 Standardsuche, mit der anhand eines eigenen Suchformulars die Website durchsucht werden kann. Sie ist als Core Extension bereits „on board“,
muss allerdings aktiviert werden. Sie eignet sich für kleine Websites.

KE Search

– ist ebenfalls als Extension frei verfügbar und schneller als Indexed Search. Sie ist in der kostenfreien Grundversion einfach einzurichten und benötigt keinen Server.
Mit einem eigenen Indexer kann jeglicher Inhalt übertragen und durchsucht werden.

In der kostenpflichtigen Variante bietet sie zusätzliche Funktionen wie beispielsweise AutoSuggest oder die „Meinten Sie…“-Funktion.
Außerdem kann sie mit voreinstellbaren Filteroptionen nach Kategorien differenziert suchen (facettierte Suche).

Apache Solr

– ist eine der beliebtesten Enterprise-Suchmaschinen. Sie ist Open Source, bietet Facettierte-sowie Synonymsuche und eine bessere Performance als
Indexed- und KE- Search. Dabei ist sie allerdings etwas zeitaufwendiger und komplexer zu integrieren, da ein eigener Server (Tomcat) benötigt wird.

Wer dies lieber Profis überlassen möchte, kann zum Beispiel auf die Komplettlösung Hosted Solr von dkd zurückgreifen. Diese leistungsfähige Variante liefert beste Performance gegen Bezahlung und kann 30 Tage lang kostenlos getestet werden.

Elasticsearch

– ist eine Such- und Analytik-Engine, die wie Solr auf Lucene basiert. Sie ist ebenfalls Open Source, kann eine wachsende Zahl von Anwendungsfällen abdecken und speichert die Daten zentral, wodurch Gesuchtes leicht und sehr schnell gefunden wird.

Dabei ist Elasticsearch dank modernster Schnittstellen und Features wie AutoSuggest extrem anpassungsfähig und deshalb für unterschiedlichste Anwendungen geeignet. Allerdings muss für sie ein eigener Service eingerichtet werden und es ist aus Performance-Gründen sinnvoll dafür einen eigenen Server zu verwenden.

Searchable

– ist eine Seitensuche speziell für TYPO3-Wesites, die auf Elastic Search basiert. Mit Grundfunktionen wie AutoSuggest und Fehlerkorrektur sowie ihrer speziell für Volltextsuche optimierte NoSQL-Datenbank ist sie bereits unkonfiguriert
extrem leistungsfähig.

Außerdem kann Sie perfekt an individuelle Suchkriterien anpasst und als Extension effektiv in jede TYPO3-Website integriert werden. Als eigener Dienst auf einem optimierten Suchserver betrieben, ist Searchable von Pagemachine auch bei hochkomplexen Suchanfragen auf großen Websites extrem schnell.

Fazit: Mit der Site Search reduziert Google sein Angebot um ein sehr beliebtes Feature – aber
es gibt vollwertige Ersatzlösungen

Google streicht mit der Site Search erneut eine beliebte und nützliche Funktion aus seinen Anwendungsangeboten. Viele Nutzer werden sie vermissen, weil sie in der Summe ihrer Eigenschaften nahezu perfekt zu integrieren war.

Ersatz gibt es glücklicherweise gerade für TYPO3 Websites genug.
Allerdings wird die Integration einer alternativen Suchfunktion in die eigene Website mit einigem Aufwand verbunden sein.

Deshalb sollte man jetzt umgehend aktiv werden – die Uhr tickt!

DL

Wir freuen uns immer über Feedback und Kommentare.
Wenn euch der Beitrag gefällt, verteilt ihn gerne weiter.

 

8 Gedanken zu „Google schließt seine Site Search – Konsequenzen und Alternativen

  1. Das Problem ist das man die Daten irgendwie in alternative Suchsysteme / Datenbanken bekommen muss. Als einfachen und schnellen Ersatz könnte ich mir daher einen Webcrawler wie Yacy vorstellen.

  2. Hallo,
    auch wenn der Blogpost hier schon etwas her ist, hilft die Antwort vielleicht ja noch 🙂 Wir haben auch nach der Ablöse der Google Site Search eine Weile gesucht, bis wir bei der Site Search Alternative von Intrafind https://sitesearch.cloud hängen geblieben sind. Die Custom Search von Google war für unser Portal keine Alternative und so haben wir uns verschiedene cloud-basierte Systeme wie Algolia, Swiftype oder auch Sitesearch 360 angeschaut. Die Intrafind Lösung ist zwar nicht kostenlos, doch uns reicht momentan noch die kleine Variante für 19,– EUR pro Monat. Wir haben 10.000 Quieries und unsere Seite wir wöchentlich gecrawled. Wer einen täglichen Crawl braucht, kann das optional hinzu buchen. Wir haben bevor wir uns entschieden haben die Suche 14 Tage lang getestet, bei anderen Anbietern ging das, wenn überhaupt, nur eine Woche, das war uns zu kurz.
    Viele Grüße
    Robert

    1. Hi Robert,
      David von Site Search 360 hier. Kannst du sagen was bei Site Search 360 gefehlt hat? Oder war der leicht höhere Preis das Problem?
      Beste Grüße,
      David

      1. Hallo,
        wir freuen uns natürlich, dass Ihr euch in den Kommentaren zu unserem Blog-Beitrag über Seitensuche-Alternativen so rege über die Vorzüge der unterschiedlichen Lösungen austauscht. Da möchten wir auch noch mal auf unsere eigene Seitensuche-Extension SEARCHABLE hinweisen. Die basiert auf Elasticsearch, ist „out of the box“ schon echt leistungsfähig und wir von uns gerne individuell an eure Bedürfnisse angepasst. Grüße, Dirk

      2. Hallo David,
        nein, es gab eigentlich nicht wirklich ein Problem, wir haben uns halt für die Variante mit 10K Queries/Monat für 19,– EUR entschieden, das brauchen wir zwar momentan noch nicht, wird für uns jedoch langfristig reichen und preislich erschien uns das natürlich ein super Angebot, wir dachten jetzt auch nicht daran bei der Preisebene mit den Anbietern groß verhandeln zu können 🙂

        1. Hey Robert, das ergibt Sinn, danke für dein Feedback! Ich wollte nur sichergehen dass ihr nicht ein Problem hattet und nichts gesagt habt 🙂
          Beste Grüße und frohes Suchen,
          David

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